Der Johannesbrotbaum und seine Früchte

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Jeder, der schon einmal im Mittelmeerraum gewandert ist, kennt den Johannesbrotbaum. Es handelt sich um einen immergrünen, anspruchslosen Baum mit runden Blättern, der bis zu 20 m hoch werden kann und zur Familie der Hülsenfrüchte gehört. Er ist auch unter den Namen Karuben- oder Karobbaum bekannt und kann mehrere hundert Jahre alt werden.

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Besonders auffällig sind seine anfangs grünen, bohnenähnlichen Früchte, die im September zur Reife kommen und dann dunkelbraun werden. Diese langen Schoten ähneln kleinen Hörnern, was erklärt, warum der Baum auf Griechisch auch „Xilokerata“ (Holzhörner) genannt wird. Der offizielle Name ist Charoupi und er wurde in Griechenland schon in der Antike kultiviert. Quellen besagen, dass die Schoten als Futter für Schweine und andere Tiere genutzt wurden. Der Schriftsteller Theophrast bezeichnet den Baum als Keronia und seine Schoten als „ägyptische Feigen“. Der Johannesbrotbaum wird bereits seit Jahrhunderten auf dem Peloponnes und auf Kreta, wo sich auch der größte Wald befindet, angebaut.

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Die Kerne und Schoten sind außergewöhnlich gesund und finden in der Küche eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten: Aus den gemahlenen Kernen entsteht ein glutenfreies Mehl, welches für Brot und Teigwaren genutzt werden kann. Durch das Kochen der Charoupia erhält man einen leckeren, süßen Brotaufstrich - die Herstellung von Süßigkeiten und Likören mit den Früchten des Johannesbrotbaumes hat besonders auf Kreta und Zypern eine sehr lange Tradition. Auch als äußerst gesunder Schokoladenersatz mit 60 % weniger Kalorien sind die Charoupia einzusetzen. Sie besitzen viele Ballaststoffe, nämlich 40 g auf 100 g im Gegensatz zu lediglich 7 g bei Schokolade und sind so eine wunderbare Alternative bei Allergien, Diabetes und Diäten. Mittlerweile sind im Handel verschiedene Produkte aus den zerstampften oder gemahlenen Kernen erhältlich, die man als Tee zubereiten kann. Ein solcher Aufguss ist ein altbewährtes Hausmittel gegen Bronchitis und zusammen mit getrockneten Feigen und Rosinen gekocht, hilft es gegen Husten.

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