Magiritsa: Die griechische Ostersuppe – klassisch und doch besonders

magiritsa

Für die Griechen ist Ostern das wichtigste Christenfest. Es gehört zur orthodoxen Tradition, vor Ostern zu fasten. Als Belohnung für die lange Zeit ohne Fleischgerichte gibt es am Ostersonntag besonders viel davon. Und hier kommt die Magiritsa (gr: μαγειρίτσα [majirítsa]) ins Spiel: Sie ist die traditionelle griechische Ostersuppe, die nach dem mitternächtlichen Ostergottesdienst am Karsamstag auf den Tisch kommt. Als eher leichtes Gericht bereitet sie den Organismus nach der 40-tägigen religiösen Fastenzeit vorsichtig wieder aufs Fleisch- und Fettessen am Ostersonntag vor. So wird der Magen nicht überlastet. Ursprünglich sollten durch die Zubereitung der Magiritsa die schnell verderblichen Innereien der frisch geschlachteten Lämmer verwertet werden. Nichts Essbares wurde weggeschmissen.

Zu den Hauptzutaten der traditionellen Magiritsa gehören Lamminnereien (hauptsächliche Leber und Gedärme, welche besonders gut gereinigt und gewaschen werden müssen), Reis (variiert regional), Eier, Kopfsalat, Dill, Olivenöl, Salz, Pfeffer. Der säuerliche Geschmack entsteht durch Hinzufügen einer speziellen Zitronensoße (gr. Αυγολέμονο [avgolémono]).

Wer keine Lamminnereien mag, kann für die Magiritsa alternativ auch mundgerechten Fleischstücken aus Hühnchen, Rind oder Schwein verwenden. Veganer nehmen statt Fleisch einfach Pilze. Schmeckt genauso gut.

Magiritsa gehört in Griechenland einfach zu Ostern dazu, genauso wie das Färben roter Eier oder das Braten eines ganzen Lamms oder Ziegleins am Spieß.

Stathis Nempotakis wurde in Athen geboren. Es studierte Bauingenieurswesen in London und übte diesen Beruf mehre Jahre lang aus. Bedingt durch familiäre Wurzeln – die Eltern stammen aus der Peloponnes (Mani) und aus Kreta - und Familienbetrieb blieb die Verbindung zur griechischen Küche stets erhalten. 2008 wurde sie zu seiner Leidenschaft: Nempotakis machte eine Kochausbildung an einer renommierten Kochschule in England und widmete sich nach Beendigung seine Ausbildung intensiv der Kochkunst zu.