Skyros – ein Urlaubsparadies für Individualisten

View Chora

Wer die etwas abgelegene Lage von Skyros nicht scheut und bereits die Anreise auf diese ungewöhnliche Insel als angenehme Entschleunigung betrachtet, der wird sich dem versteckten Charme dieser nördlichen Sporadeninsel nicht entziehen können. Skyros ist traditionell und authentisch. Obwohl sie die größte Insel der Sporaden ist, liegt sie abseits der Touristen- und Schifffahrtsrouten und konnte sich so ihre Ursprünglichkeit bis heute bewahren.

Am besten erreicht man Skyros mit der Fähre ab Kimi auf Euböa (griechisch: Evia). Nach einer gemütlichen, rund zweistündigen Schifffahrt über das blaue Meer der Ägäis, kommt Linaria, der kleine Hafenort an der Westküste in Sicht. Hier kann man gemütlich in den kleinen Fischrestaurants sitzen und dem Treiben der Fischer und der Passanten zusehen. Beim Bummel durch Linaria trifft man auf sympathische Souvenirläden und Minimarkets, in denen man sich mit allem Nötigen eindecken kann. Skyros ist bekannt für eine sehr aromatische Thymianart, deren Duft allgegenwärtig ist und ein wildes Bergbohnenkraut (Throubi, lat.: Satureja thymbra). Der daraus produzierte leckere Honig gehört zu den beliebtesten Produkten der Insel. Chora, die pittoreske kleine Hauptstadt von Skyros, liegt 12 km nördlich und schmiegt sich terrassenförmig an einen hohen Felsen. Mit ihren engen Gassen, den steilen Treppen und den weiß getünchten Häusern erinnert sie an die Kykladen. Während der Dämmerung und im Licht des Sonnenunterganges entfaltet sich hier eine ganz besondere Stimmung. In den Cafés, Bars und Tavernen werden die Tische im Freien aufgestellt und die kleinen, liebevoll dekorierten Boutiquen und Geschäfte platzieren ihre Waren vor den Türen so, dass man im Vorbeischlendern das eine oder andere Mitbringsel entdecken kann. Skyros ist bekannt für seine geschmackvollen Holzschnitzereien, hübsche Töpferware und bunt bemalte Keramiken. Wer möchte, spaziert hoch bis zum Kastro aus byzantinischer Zeit, welches über dem Dorf thront und es zu bewachen scheint.

Linaria Village

Die kleinen, halbwilden Skyros-Ponies sind eine Besonderheit und der absolute Liebling von Kindern und Urlaubern. Leider ist die Rasse vom Aussterben bedroht und die letzten 300 Exemplare müssen unbedingt geschützt werden. Wenn man Glück hat, sieht man sie während einer Inselrundfahrt fröhlich über die Hochebenen galoppieren oder friedlich im Schatten grasen.

Pony Horse

Skyros besteht aus dem nördlichen Inselteil mit üppiger Vegetation und ausgedehnten Kiefernwäldern und dem trockenen, etwas wilden und rauen Süden, der wegen seiner gut markierten Wege auch für Wanderer sehr interessant ist.

Strände gibt es auf der Insel für jeden Geschmack und selbst in der Hochsaison sind diese nie überfüllt. Für Gäste, die sich nach kristallklarem Wasser und Ruhe sehnen, ist die bewaldete Bucht von Atsitsa an der Nordwestküste die richtige Wahl. Hier wachsen die Pinien bis ans Ufer und im Meer befinden sich Reste alter Steinbauten, die darauf warten, entdeckt zu werden.

Atsitsa Beach

Das traditionelle Brauchtum wird besonders in der Karnevalszeit gepflegt. In diesen Tagen laufen merkwürdige Glockenmänner (griechisch: Geros=Alter) mit ohrenbetäubendem Geschepper durch die Straßen. Sie tragen Ziegenmasken und seltsame Trachten und sind obenherum mit zotteligen Felljacken als Tier und untenherum als Hirte verkleidet. An ihren Gürteln hängen bis zu 30 riesige Glocken, mit denen sie den Lärm veranstalten. Wer die Chance hat, sich an einem Faschingswochenende auf Skyros aufzuhalten, kann dieses einmalige Spektakel erleben.

Skyros ist eine touristische Perle – wer sie entdeckt, wird begeistert sein.

Carnival Dress