Konstantinos Lazarakis - The Mater of Wine

Konstantinos Lazarakis ist einer der wenigen Master of Wine. In unserem Interview erzählt er über den Entschluss, sich mit Wein zu beschäftigen und gibt seine Empfehlungen zu vier außergewöhnlichen griechischen Weinen.

Wie kamen Sie dazu, sich mit Wein zu beschäftigen?
Das war wohl eher zufällig. Mit etwa 21 Jahren traf ich bei der Eröffnung einer Weinhandlung in Piräus auf den Winzer Georgios Skouras. Nachdem ich seinen Wein, den Megas Oinos, probiert hatte, wollte ich ihn unbedingt kennenlernen. Ich fand diesen Wein, mit meinen damaligen Kenntnissen, einfach außergewöhnlich. Ich ging also dorthin und unterhielt mich vielleicht eine halbe Stunde mit ihm. Als ich die Weinhandlung verließ, war ich begeistert. Ich war so beeindruckt davon, dass sich im Wein nur durch den Mund und durch die Nase ganze Gegenden, Menschen, Kulturen und Geschichten entdecken ließen. An diesem Abend beschloss ich, mich mit Wein zu beschäftigen

Konstantinos Lazarakis MWSie sind einer der wenigen, die den Titel Master of Wine führen. Warum haben Sie sich zu dieser Ausbildung entschlossen?
Ich suchte nach einer Ausbildung, die meinen Kenntnissen über Wein Glaubwürdigkeit und Anerkennung verlieh. Önologie studieren wollte ich nämlich nicht, ich wollte mich vielmehr den Themen Kommunikation und Handel widmen. Master of Wine schien für mich die fundierteste Ausbildung mit dem höchstem Titel in diesem Umfeld zu sein. Um Master of Wine zu werden, muss man die ziemlich anspruchsvollen Prüfungen des Insitute of Masters of Wine bestehen. Dazu gehört Weinanbau, Kellereitechnik aber auch Marketing. Bei Blindverkostung müssen der Jahrgang, die Rebsorte und die Lage von 36 Weinen erkannt werden. Master of Wine ist ein exklusiver Club in der Weinszene, ihm gehören Experten aller Fachrichtungen an, also Händler, Journalisten, Weinproduzenten und andere.

Was macht für Sie einen Wein einzigartig?
Für mich ist jeder Wein einzigartig. Das macht für mich den Zauber dieses Produktes aus. Jede Flasche, die nicht probiert wurde, kann eine besondere Erfahrung bergen – auch dann, wenn der Wein nicht zur höchsten Qualitätsstufe gehört. Es gibt diese Weine, die einem einfach im Gedächtnis bleiben, weil Sie einfach außergewöhnlich sind. Dann entsteht das Bedürfnis, diesen Wein noch einmal trinken zu wollen. Das ist für mich das höchste Kompliment, das man über Wein machen kann.

Das Interesse an griechischen Wein ist hier eher gering. Was muss sich Ihrer Meinung nach ändern?
Wir müssen dafür sorgen, dass griechischer Wein auch außerhalb eines griechischen Umfeldes präsentiert wird. Wir müssen ihn dort unterbringen, wo erstklassiger Wein verkauft wird und Händler wie Kunden davon überzeugen, dass griechischer Wein dort seinen Platz hat.

Welchen Wein sollten unsere Leser unbedingt probieren?
Vier Weine kann ich als Einführung in den griechischen Wein empfehlen: der einzigartige, mineralische Assyrtiko aus Santorini, den aromatischen Moschofilero auf Mantinia, der überzeugende Agiorgitiko aus Nemea und der beeindruckende Xinomavro aus Amyndeo bei Naoussa, Rapsani oder Goumenissa.

Welche der heimischen griechischen Rebsorten sind einzigartig im Vergleich zu bekannten europäischen Sorten?
Nun, sehr viele! Neben den vier eben erwähnten gibt es Malagouzia, Limnio, Vidiano, Kidonitsa, Liatiko und so viele mehr. Das ist übrigens das Besondere an griechischen Weinen, denn alle paar Jahre werden im Land Rebsorten von außergewöhnlicher Qualität neu entdeckt. Vor fünf Jahren war z.B. Moschato Spinas aus Kreta nur wenig bekannt und heute gibt es wunderbare Weine dieser Rebsorte.

Welchen Wein haben Sie gestern getrunken?
Gestern habe ich Bier getrunken. Nachdem ich etwas 30 Weine im Laufe des Tages verkostet habe, hatte ich große Lust auf ein Bier.

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