Griechischer Wein: Besser als sein Ruf!

7 Klischees – wir räumen auf

Der griechische Wein hat ein schlechtes Image, das nicht zuletzt durch den geharzten Retsina geprägt ist, den man beim Griechen um die Ecke trinken kann. Es ist aber Zeit mit diesem Klischee aufzuräumen, denn Griechenlands Weine sind besser als ihr Ruf!

1. Retsina: Mutter aller griechischen Weine

Retsina kann so wunderbar schmecken, wenn man in Griechenland an einer Strandpromenade sitzt und einen gegrillten Octopus verspeist. Er kann aber auch fuchtbar sein, wenn man bei Regen in einem griechischen Restaurant in Deutschland sitzt und vor sich einen Mykonos-Teller stehen hat.

Der geharzte Wein kann aber mehr: Heute gibt es ihn nämlich im Noble Style, z.B. Tear of the Pine (Rebsorte Assyrtiko) vom Weingut Kechris

(Anm.d. Red.: Lesen Sie hierzu auch unseren Artikel: Retsina kann noch mehr )

 

2. Mavrodaphne: Nur ein Süßwein

Mavrodaphne ist ein roter, leicht gespritzter griechischer Süßwein. Bekannt wurde dieser Wein durch den bayrischen Beerengroßhändler Gustav Claus, der in der Nähe von Patras die Weinkellerei Achaia Claus gründete.

Heute gibt es hervorragende trockene Mavrodaphni-Weine, dicht, trocken, vollmundig, hochkonzentriert, wie beispielsweise den Bio-Wein Synodos von Sclavos aus Kefalonia (Rebsorten:80% Mavrodaphne, 20% Vostilidi).

 

3. Der beste Süßwein stammt aus Samos

Samos´ Likörweine sind berühmt, haben sich international etabliert und erfreuen sich in Mitteleuropa großer Beliebtheit. Leider führte sies zur Produktion durchschnittlicher Massenware. Heute gibt es viele Winzer, die auch außerhalb von Samos elegante und komplexe Süßweine produzieren, beispielsweise der Liatiko aus Idaia aus Kreta (Rebsorte Liatiko), der spät geerntet wird und 7 Jahre im Holzfass reift. Ein Traum von Schokoladen, Rosinen, Nelken.

Griechischer Wein © Nikos Chrisikakis

4. Gute Weißweine stammen aus Santorini (Assyrtiko)

Als Riesling-Trinker kann man zwar gut verstehen, dass man Assyrtiko in Deutschland mag, allerdings gibt es viele für uns unbekannte Sorten die man probieren sollte: Malagouzia aus Porto Carras in Halkidiki, eine autochthone Rebsorte, opulent, frisch, blumig, mit guter Balance und Säurespiel.

5. Die haben alle so komische Namen, ich kann die Rebsorten nicht aussprechen

Man kann die Rebsorten zwar immer noch nicht aussprechen, allerdings die Etiketten besser lesen: Fakt ist, griechische Winzer schreiben ihre Labels mehrfach auf Englisch, damit sie für den internationalen Markt tauglich sind. Das war früher leider nicht der Fall und hat dazu geführt, dass man weniger Weine exportiert hat.

6. Rebsorte Black Naoussa (Xinomavro) ist langweilig

Viele Weinexperten sind der Meinung, Xinomavro als edle Weinrebe ist der nächste Nebbiolo! Bei den Blind Tastings schneidet Xinomavro nämlich im Vergleich mit anderen internationalen Rebsorten immer sehr gut ab. Kleiner Tipp: Die Weinflasche nicht so schnell öffnen, denn ein guter Wein braucht Zeit und die Rebe Xinomavro reift auch in der Flasche noch weiter. Besonders empfehlenswert ist der Wein Ramnista vom Weingut Kir-Yanni aus Naoussa.

(Anm.d. Red.: Lesen Sie hierzu auch unseren Artikel Naousaia Foundi, der elegante Xinomavro mit Alterungspotential )

Griechischer Wein © Nikos Chrisikakis
Griechischer Wein © Nikos Chrisikakis

7. Griechenland hat kein Schaumwein

Griechenland macht heute sehr gute Schaumweine und beherrscht die beliebte Methode der traditionellen Flaschengärung. Den Sekt Amalia Rose Brut (Rebsorte Agiorgitiko) vom Weingut Tselepos auf der Peloponnes (Weinberge von Nemea) sollte man probiert haben: ein eleganter spritziger Schaumwein mit der Note roter Kirschen, einem ausgezeichneten Säurespiel und einer wunderbare Balance.

(Anm. d. Red.: Zu den Weinbergen von Nemea, klicken Sie auch auf unsere Nemea Story )

 

Fazit: Die griechische Weinlandschaft hat sich geändert. Im Jahre 2018 gibt es durchaus griechische Weine, die der internationalen Top-Gastronomie würdig sind – man muss sie nur entdecken!

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